Montag, 14. März 2011

Die "Neutralität" der Medien

Ein weiteres Vorstandsmitglied der Odenwaldschule hat am Freitag den Rücktritt erklärt.Wie ich davon erfahren habe? In meinem lokalen Käseblatt war ein kleiner Artikel drin, weil ich in Hessen wohne. Aus Interesse habe ich im Google-Newsreader nachgeschaut, in den Übersichten ... NIX! Erst als ich "Odenwaldschule" als Suchwort eingab, fand ich ganze VIER(!) Artikel. Bild und Süddeutsche berichteten gleich am Freitag, heute haben Welt und Frankfurter Neue Presse nachgezogen.

Warum gehe ich nur davon aus, daß wenn ein Mißbrauchsbeauftragter der katholischen Kirche aus gleichem Grund zurücktreten würde, es binnen weniger Stunden mindestens 200 Artikel gäbe und im Google-Newsreader an prominenter Stelle zu finden wäre? Unsere Bundesjustizministerin scheint sich zu diesem Rücktritt nicht geäußert zu haben, ich kann mich auch an keine Unmutsäußerung erinnern, daß der Trägerverein immer noch kein Konzept auf den Tisch gelegt hat. Komisch, bei dem Runden Tisch hat sie von der katholischen Kirche verlangt, ein Konzept vorzulegen und nicht das Ergebnis dieses Gremiums abzuwarten. Wie von mir erwartet, wurde das daraufhin vorgelegte Konzept prompt medial zerfetzt und als schäbig dargestellt.

Aber warum äußert sich die Ministerin nicht zur Odenwaldschule? Vor allem, da der Papst immer noch zur Odenwaldschule schweigt! Man könnte natürlich vermuten, daß es etwas damit zu tun hat, daß die Odenwaldschule dem "humanistischen Ideal" nahesteht und die Ministerin in dieser Clique fest vernetzt ist.